War­um ein lee­rer Akku nicht mit einem Mal Auf­la­den voll wird: Das Prin­zip von „Schicht für Schicht“

Im letz­ten Bei­trag habe ich dar­über geschrie­ben, was pas­siert, wenn Kör­per und Ner­ven­sys­tem auf Dau­er­strom lau­fen. Wenn die Schul­tern hoch­ge­zo­gen sind und der Kopf gar nicht mehr zur Ruhe kommt.

Viel­leicht haben Sie sich dar­in wie­der­erkannt. Und viel­leicht kam dabei der lei­se Wunsch auf: „Ein­mal auf die Lie­ge legen, ein­mal Strö­men – und dann ist alles wie­der gut.“

So sehr ich Ihnen die­se Abkür­zung wün­schen wür­de: Ganz so funk­tio­niert unser Sys­tem nicht.

Wir laden nicht auf – wir ent­la­den erst ein­mal

Wenn Sie mit einem vol­len Ter­min­ka­len­der und jah­re­lang ange­stau­ter Anspan­nung zu mir in den RESET-Raum kom­men, ist Ihr Ener­gie­sys­tem wie eine Zwie­bel. Über Mona­te oder gar Jah­re haben sich Schich­ten aus Stress, Pflicht­ge­fühl, Hal­tung-Bewah­ren und kör­per­li­cher Kom­pen­sa­ti­on über­ein­an­der­ge­legt.

Jin Shin Jyutsu ist kein aggres­si­ves „Weg­drü­cken“ oder „Repa­rie­ren“. Es ist ein lei­ses, schicht­wei­ses Ein­la­den zum Los­las­sen:

  1. Die ers­te Schicht: Der Kör­per rea­li­siert über­haupt erst, dass er ankom­men darf. Die äuße­re Mus­kel­an­span­nung lässt nach.
  2. Die mitt­le­re Schicht: Das Ner­ven­sys­tem schal­tet lang­sam vom Über­le­bens­mo­dus (Sym­pa­thi­kus) auf Erho­lung (Para­sym­pa­thi­kus). Die Atmung wird tie­fer, der Ver­dau­ungs­trakt ent­spannt sich.
  3. Die tie­fe Schicht: Alte Ener­gie­staus lösen sich. Der Kör­per erin­nert sich wie­der an sei­ne eige­nen Selbst­re­gu­la­ti­ons­kräf­te.

War­um Kon­ti­nui­tät der Schlüs­sel ist

Eine ein­zel­ne Stun­de ist ein wun­der­vol­ler Impuls – wie ein tie­fes Durch­at­men an fri­scher Luft. Doch um ein tief sit­zen­des Mus­ter von Dau­er­stress zu durch­bre­chen, braucht Ihr Ner­ven­sys­tem Wie­der­ho­lung und Ver­läss­lich­keit.

Es muss ler­nen: „Ich darf hier regel­mä­ßig abge­ben. Es ist sicher, die Anspan­nung nicht mehr fest­zu­hal­ten.“

Gön­nen Sie Ihrem Kör­per die Zeit, die er braucht, um Schicht für Scha­le abzu­tra­gen. Nicht mit Druck oder Erwar­tungs­hal­tung, son­dern Schritt für Schritt.

Herz­lichst,

Syl­via Dutz­ke